Petra Hoffmann Zschocher

 geboren:

13.12.1946

 Adresse:

Universitätsring 10      06108 Halle

 Telefon/Fax:

0345 / 388 13 92

 E-Mail:

dr.petra.hoffmann@arcor.de

 

Biografie: 

Geboren in Leipzig. Chemiestudium in Halle, Diplom 1970. Promotion in den Biowissenschaften 1975. Bis 1990 als Biochemikerin an der MLU Halle, vorwiegend im Bereich Medizin. 1990 über den Runden Tisch des Bezirks Halle Ressortleiterin für Gleichstellung im Bezirk Halle. Ab 1991 Dezernentin im Regierungspräsidium, ab 1999 Referentin in der Staatskanzlei in Magdeburg, in der Europapolitik und im Pressebereich.
2008 bis 2010 Redakteurin in der Pressestelle der MLU. 1996 nationale Expertin in der GD Forschung der Europäischen Kommission in Brüssel, 2004 Länderreferentin in der Europaabteilung des Auswärtigen Amts in Berlin.

Bibliografie:

Von der Montagsdemo zur Demokratie Tagebuchnotizen 1989/90; 2009, Berlin, Vorwärts Buch
Zwischentöne, Hallesche Autorenhefte Nr. 59, 2014, Halle, Förderkreis der Schriftsteller
Der Große Fluss: Hundert Gedichte, 2016, Halle, Schäfer Druck & Verlag GmbH, Langenbogen
Himmel und Meer: Erinnerungen, Rezensionen, Gedichte, 2017, Halle, Schäfer Druck & Verlag GmbH, Langenbogen

Beteiligung an Anthologien:

WendePunkte, 1999, Halle, Förderkreis der Schriftsteller in Sachsen-Anhalt

Arbeitsgebiete:

Prosa (Erzählung, Essay, Tagebuch), Lyrik

Themenangebote:

1. Lesungen aus Veröffentlichungen und Manuskripten
2. Gespräche mit Schülern ab 16 oder Erwachsenen zu den Themen
» Europa-, Bundes- und Landespolitik
» deutsche Zeitgeschichte nach 1945 und nach 1989

Textprobe:

 

         Sehnsucht

Befreit von meinem Körper
nur Seele sein und fliegen
in vergangene Zeiten
an vergessene Orte.
Menschen suchen
deren Worte manchmal
ganz fern aber wunderbar
in meinen Ohren klingen.
Doch wie sie gekommen
vergehen verwehen
möchte fliegen mit ihnen
doch bin ich zu schwer
sie sind schon weit weg
ich höre sie nicht mehr.
Nur die Sehnsucht ist
bei mir geblieben.

1975 

 

 
          Der Große Fluss

Eingeströmt mit den Wassern des
Großen Flusses bist du mein Liebster
in das flache Wasser um unser Erdreich
so klein unter den verwirrenden Wurzeln
der Weide am Rande des flutenden Stroms.
Ausruhen wolltest du und sahst mich
gemeinsam gingen wir tief innenwärts an
meinen geheimen Ort allein mit uns ertasteten
wir einander begannen uns zu spüren und die
verschiedenen Welten die uns umgaben.
Der Worte Strom floss sparsamer mit jeder
Bewegung und langsam spürte ich deiner
Wärme Strahlen liebkoste deine weiche Haut
deinen weichen Körper legte meine Haut an
deine so begannen wir ineinander zu fließen.
Der Raum um uns weitete sich wir erhoben
uns aus der Tiefe des Erdreichs begannen im
freien Wasser zu schweben bis die Sonne
zu sinken begann dann nahmen wir
Abschied voneinander ich konnte nicht
mit dir in den fließenden Strom ein letztes Mal
spürten wir uns so wehmütig und schmerzhaft
ein letztes Mal liebkostest du mich dann triebst
du ins offene Wasser und schwammst mit
kräftigen Zügen weit weg von mir in eine Welt
die ich nicht kannte bewundernd und sehnsüchtig
schaute ich dir nach bis die Kälte mich erschauern ließ.
Nacht umgab mich und allein mit einem großen
Schmerz in mir tastend und furchtsam wand ich
mich dem Erdreich zu jenseits des Flusses
und träumte im Schlaf vom Leben im Fluss.

1986