Rolf Krohn

 geboren:

25.10.1949

 Adresse:

Schulstraße 10       06108 Halle

 Telefon:

0345 / 512 55 59

 E-Mail:

post@rolf-krohn-halle.de

Biografie: 

Hallenser. Nach Schule, Lehre und Abitur Aufnahme eines Physikstudiums in Dresden. 1973 aus politischen Gründen exmatrikuliert, danach Chemiearbeiter und Nachtwächter.
Seit 1975 Erzählungen und Romane, seit 1984 freiberuflich. 1992 Studium beendet. 1993-1996 und 1997-2002 ABM-Stelle beim Förderkreis Halle. 2003/2004 Stadtschreiber von Halle.

Bibliografie:

Das Grab der Legionen, historischer Roman, 1979, Berlin, Verlag Neues Leben
Das Labyrinth von Kalliste, historischer Kriminalroman, 1983, Berlin, Verlag Neues Leben
Begegnung im Nebel, Science-Fiction-Erzählungen, 1985, Berlin, Verlag Das Neue Berlin
Hannibals Rache, historische Erzählung, 1989, Berlin, Verlag Neues Leben
Die tötende Sonne, Science-Fiction-Erzählungen, 1990, Berlin, Verlag Tribüne
Auf den anderen Ufern der Nacht, Science-Fiction-Erzählungen, 1995, Halle, JUCO-Verlag
Die andere Seite der Wahrheit, Hallesche Autorenhefte Nr. 5, 1997, Halle, Förderkreis der Schriftsteller
Schatten über der Saale, Science-Fiction-Erzählungen, 2000, Halle, Heiko Richter Verlag
Am Tor der Zeit, Science-Fiction-Erzählungen, 2002, Halle, Heiko Richter Verlag
Vier Säcke Silber, historischer Kriminalroman, 2005, Halle&Erfurt, edition Solar-X &T.E.S
Das dunkle Bild der Liebe, Science-Fiction-Roman, 2005, Halle, Projekte-Verlag
Tod auf tausend Hufen, historische Erzählungen, 2006, Halle, Mitteldeutscher Verlag
Mord für die Macht, historischer Kriminalroman, 2007, Halle&Erfurt, edition Solar-X &T.E.S
Blitze, Science-Fiction-Erzählung, 2010, Erfurt, T.E.S
Bunte Lichter, Science-Fiction-Erzählungen, 2013, Erfurt, T.E.S
Karrierefallen Ein Frühwarnsystem vor Gefahren für Ihren Aufstieg; zusammen mit Rainer Winz, eBook, 2013, amazon
Sherlock Holmes und die Farben des Verbrechens, Kriminalerzählungen, 2016, Köln, Blitz-Verlag

Der goldene Mond, historische Erzählungen, unveröffentlicht
Der indische Rubin, historische Erzählungen, unveröffentlicht
Der Stern von Granada, Abenteuerroman, unveröffentlicht
Neunundzwanzig Sternschnuppen, Science-Fiction-Erzählungen, unveröffentlicht

Weitere Erzählungen in Anthologien, Periodika und Zeitschriften. Mehrere Erzählungen ins Bulgarische, Polnische, Rumänische, Russische, Spanische (Kubanische) und Ungarische übersetzt.
Einzelheiten siehe eigene WebSeite

Arbeitsgebiete:

historische Romane und Erzählungen, Science-Fiction-Erzählungen

Themenangebote:

1. Lesungen für Erwachsene und Schüler ab der 8. Klasse: Science-Fiction und historische Abenteuerliteratur
2. Nicht immer wahre Geschichten aus der Geschichte des südlichen Sachsen-Anhalt
3. Gespräche zu Themen und Problemen der phantastischen Literatur (UFOs, Rätsel der Vergangenheit usw.)

 

Textprobe:

Sackgasse

Bekanntlich sind alle Sterne durch Straßen miteinander verbunden, freilich nicht durch solche aus Beton oder Asphalt. Nein, sie folgen, dem Auge verborgen, schlauchartig gewissen Feldlinien durch die Leere des Alls, umkurven die schwarzen Löcher und münden nah an den Sonnen gewissermaßen auf Plätze. Wer davon weiß, kann sie nutzen. Viele kluge Lebensformen benutzen sie schon lange.
Bei der hohen Geschwindigkeit, mit der seit langem schon die Flugkörper solche Pisten durchmaßen, glich die Raumstraße 714 einem Tunnel. Periodisch flogen Markierungen vorbei, vom Peilstrahl kurzzeitig zu blauem Schimmer erweckt. Seltener leuchteten andere Zeichen auf, signalisierten Gabeln und Wegkreuzungen und nannten die jeweiligen möglichen Flugziele. Es waren reine Informationen, niemand hätte so rasch reagieren können; sie taten eigentlich auch gar nicht Not, denn der Steuerautomat bewältigte alles allein. Sofern sich ein Reisender überhaupt der Umgebung widmete, durfte er sie genießen.
Auch dieser Passagier hatte einen weiten Weg hinter sich und einen noch viel weiteren vor sich; ohnehin waren ihm solche Flüge durch die Milchstraße nicht neu, sie langweilten ihn. Aber was er an Arbeit mitgenommen hatte, war getan. Zerstreut sah er hinaus. Hier am Rand der Galaxis gab es nicht viel sehenswerte Sterne.
Plötzlich stutzte er. Ein rotes Signal war vorbeigehuscht. „Nächste Abzweigung gesperrt!“
„Gesperrt? Ein Weg ist blockiert? So etwas habe ich noch nie erlebt! Wieso?“ Er berührte den Knopf des Automaten. „Was ist mit dem Seitenweg vor uns?“
„Er führt zu dieser gelben Sonne“, erwiderte eine sanfte elektronische Stimme. Über das Fenster zur Rechten glitt ein Fadenkreuz und verharrte auf einem dicken Lichtpunkt. „Seltsame Wesen bewohnen einen ihrer Planeten. Bekannt sind sie seit langem und auch nicht unintelligent. Beachten Sie das Lämpchen links auf dem Kontrollpult. Es blinkt seit einer Minute und meldet Signale von dorther, einfache elektrische Wellen. Aber je länger die Lebensform studiert wurde, desto weniger begriff man sie. Meine Datenbank enthält nichts Analoges innerhalb der Galaxis. Sie vergiften ihre Luft und ihre Meere, sie vergeuden ihre Schätze, sie lassen ihresgleichen hungern, sie töten einander um nichtiger Dinge willen. Ähnliches taten zwar alle vernünftigen Wesen zeitweise auch Ihre Spezies, worauf hinzuweisen ist ; aber seit neuestem schicken diese sich an, ihre eigene Welt zu vernichten und das gab und gibt es nirgends.“
„Wer täte sich das an! Wird es geschehen? Ich meine: Ist so etwas überhaupt möglich?“
„Dass es gelingt, ist wahrscheinlicher als das Gegenteil.“
„Grauenhaft! Man muss ihnen helfen. Was können wir tun?“
Die Maschine wusste Bescheid. „Wir würden alles verschlimmbessern. Die Simulatoren haben kalkuliert, dass die wirksamste Hilfe die ist, unbemerkt zu bleiben. Darum wurde ein Beschluss gefasst und die Strecke zur Sackgasse erklärt. Seither umschließt ein elektromagnetischer Sperrgürtel dies Sonnensystem. Die Erdmenschen können die Sendungen der vereinigten Welten nicht empfangen, und ihre Rufe werden ignoriert, so weh das selbst einem Automaten tut.
Ändern wird sich das erst, wenn sie dies absurde Stadium überwunden haben ... Falls sie es überwinden!“
Der Reisende seufzte. Jetzt entsann er sich vage, schon einmal davon gehört zu haben. Es stand seiner Arbeit fern, darum war es dem Gedächtnis entglitten. Wer kümmerte sich auch um solche Narren! Dass er sie und die Sackgasse zu ihrem Stern fast vor sich sah, machte aber doch manches anders.
„Sie selbst stecken auch in einer Sackgasse, einer ganz anderen freilich, und müssen sie verlassen. Welch dunkle Blüten das Leben doch treibt!“
Als der von grellrot blinkenden Lichtern umrahmte Eingang zum Nebenweg vorbeiflog, blickte er dennoch nicht hin, sondern auf das Lämpchen am Pult. Es flackerte. Sie riefen.
Sie riefen umsonst, er wusste es; aber er fragte sich doch, wie jemand auf jener Welt erklären wollte, dass aus der Unzahl Sterne von denen zahllose doch lebenstragende Planeten haben mussten , dass davon nicht einer reagierte. Dass ein geradezu feindseliges Schweigen sie umgab.
Der gelbe Stern glitt langsam aus seinem Blickfeld. Jäh verlosch das Lämpchen des Rufsignals: die unsichtbare Sperre. Sie hatten sie passiert.
Einen Moment lang fragte sich der Reisende, ob die Mauer abweisenden Schweigens erreichen würde, dass sich diese Wesen änderten. War denn eine Sperrmauer etwas anderes als eine Sackgasse?
Er fand keine Antwort.